Unter dem Motto – Herbstyoga versuche ich einen regelmäßigen Termin zu finden, um mit Euch gegen die Herbstmelancholie anzukämpfen.
60 Minuten Yoga und anschließend zusammen kochen. Der Raum befindet sich direkt am Kanal in Hammerbrook und der Kurs ist auf Spendenbasis. Genaue Termine stehen noch nicht fest, aber ich halte Euch auf dem Laufenden und werde zu gegebener Zeit eine Facebook Veranstaltung erstellen. Bis dahin hier schon mal etwas zum Lesen :

Wie du die Energie des Sommers in dir bewahren kannst und auch den Jahreszeitenwandel positiv nutzt, werde ich Dir im Folgenden erzählen. Bzw sind dies alles Erfahrungswerte, die ich gerne mit Dir teilen möchte. Ich mache seit circa 3 Jahren Yoga und für mich ist das nicht nur eine „Sportart“ sondern eine ganzheitliche Sichtweise. Ich mache Yoga primär, weil ich merke, dass es mir gut dabei geht und ich Energie finde, um Dinge (auch negative) besser anzugehen. Und da sind wir auch schon bei dem Punkt – wenn es mir nicht gut geht. Was ich damit meine ist, dass es einfach Tage gibt an denen man sich antriebslos fühlt. Man sitzt den ganzen Tag im Büro, oder war kaum draußen, hat keine frische Luft bekommen oder ist einfach durch ein Ereignis traurig. Der Körper reagiert darauf relativ schnell und signalisiert uns in dem Moment, dass etwas im Ungleichgewicht ist. Ich würde sogar sagen, dass der Körper, bei Menschen, die recht sensibel sind, schnell auf negative Einflüsse reagiert. Das mag nun so klingen, als würde ich dünnhäutige und launische Menschen damit meinen, nein – vielmehr Menschen, die ihre Umwelt sehr differenziert wahrnehmen und mit den vielen Reizen oft überfordert sind.

Ich würde dennoch sagen, dass Melancholie nichts schlimmes oder nur negatives ist. Klar leiden wir oder drehen uns mit den Gedanken im Kreis, aber dadurch lernen wir auch Mechanismen zu entwickeln, um schnell wieder aus dieser Stimmung rauszukommen. Eine gewisse Form des Leidens ist auch positiv für Dich – Du spürst Dich besser und lernst viel mehr in diesen intensiven Phasen, als in Zeiten in denen es Dir gut gut. Du verlässt, wenn auch nicht gewollt, Deine Komfortzone und bekommst einen anderen Blickwinkel.

Ich habe für mich herausgefunden, dass es ganz gute Methoden gibt, die man gut anwenden kann bei so einer Melancholie und dazu gehört in jedem Fall Sport, Bewegung an der frischen Luft und Bewegung allgemein.

Da ich schon ein paar Kurse für Kinder gegeben habe, weiß ich, dass der Mensch für Bewegung geschaffen ist. Ohne Bewegung geht er ein und verkümmert. Natürlich gibt es nun zahlreiche Menschen in Eurem Umfeld, die sich wenig bis gar nicht bewegen, aber es gab vermutlich bei ihnen einen Moment, in dem es ihnen einfach abtrainiert wurde. Ich habe beobachtet, dass Kinder sich von Natur aus bewegen, sie entwickeln fast das komplete Selbstbewusstsein durch Bewegung. Man schaut sich einfach mal ein Kind auf dem Spielplatz an, das sitzt nicht auf der Bank und unterhält sich mit gleichaltrigen – es probiert ganz viel aus, zeigt Mut und experimentiert, es interagiert mit anderen und entdeckt. Für jede Hürde, die das Kind packt, wächst das Selbstbewusstsein und so ist es immernoch mit uns „Erwachsenen“. Wir werden mutiger und zuversichtlicher um so mehr wir erreichen (nicht bezogen auf Leistungsziele).

Natürlich spielen auch andere Faktoren eine Rolle, wenn wir uns nicht gut fühlen. Die Verantwort und der Druck steigt, die TO DO – Liste wird immer länger und wir finden kaum mehr Raum um wirklich abzuschalten. Stattdessen lassen wir uns berieseln oder ablenken. Auch die Ernährung und die Art, wie wir essen kann ein Grund sein. Überleg jetzt mal, was und wie Du isst. Zelebrierst Du Mahlzeiten, kaufst selber ein, kochst und bereitest selber zu oder sieht Dein Alltag eher so aus, dass Du Dir schnell was zum Mittag besorgst, neben dem Rechner isst und dann auch Dich gleich wieder in die Arbeit stürzt? Ich würde mal tippen, dass 90% jetzt sich eher in der zweiten Variante finden und ihnen auch schon bewusst war, dass es sich negativ auf das Wohlbefinden, die Figur und auch die Gesundheit auswirkt.

Wer von Euch trinkt zum Beispiel Kaffee am Morgen um „erstmal wach zu werden“? Eine ganz blöde Idee, denn der Körper wird von alleine wach und bildet sogar das Aufwachhormon bis 11 Uhr, so dass ihr gar nicht nachhelfen müsst – zwinker!
Wer aber dennoch Probleme hat mit dem Aufwachen oder „in die Gänge“ zu kommen, dem kann ich ein paar Hilfsmittelchen empfehlen. Es ist gar nicht so, dass ich nicht auch gelegentlich Kaffee trinke, aber dann vielmehr als Genuss oder zu einem Stück Kuchen. Morgens brauche ich mittlerweile nichts mehr um wach zu werden, aber von Zeit zu Zeit, wenn ich lange bis in die Nacht gearbeitet habe, dann hilft mir zum Beispiel ein Glas heißes Wasser (was ich eh jeden Morgen und jeden Abend trinke) mit frischer Zitrone. Also ihr presst die Zitrone aus und gebt den Saft zu dem Wasser. Auch soll es ganz gut sein Apfelessig zu trinken, es hat sogar eine basische Wirkung. Mir persönlich ist das aber zu eklig vom Geschmack. Dann mache ich jeden Morgen einen Kopfstand. Wer das nicht kann, macht einfach einen gegen die Wand oder auch eine Kerze tut es. So wird der Kreislauf angeregt und Du fühlst Dich vitaler.

Nun aber endlich zum Herbst Yoga. Der Herbst ist die Zeit der Wandlung und es kann durchaus vorkommen, dass wir uns unsicher, unausgeglichen und nicht geerdet fühlen. Dein Gleichgewicht kannst Du aber hervorragend mit ein paar kleinen Übungen und Alltagstipps gut in den Griff bekommen. Mit Yoga und Sport generell stärkst Du im Übrigen auch Dein Immunsystem und so banal und abgedroschen es sich für manchen anhört, aber das Immunsystem ist essentiell und kann durch längere Phasen Stress, Ärger, Kummer und wenig Bewegung ernsthaft geschädigt und geschwächt werden. Behandelt Euren Körper, wie ein Tempel und seid ihm dankbar für Eure Gesundheit.

Wenn es Dir möglich ist, versuche ein paar ruhige und langsame Yogaübungen in Deinen Alltag einzubauen. Es reichen schon ein paar Minuten im Büro einmal aufzustehen und sich strecken. Ideal ist eine gute Mischung aus sitzenden, stehenden und liegenden Asanas, gestreckten und entspannten, gebeugten und twistenden Bewegungen. Versuche auch Dich auf Deinen Atem zu konzentrieren. Der Körper wird es Dir danken und Du wirst DIch sowohl physisch als auch seelisch flexibler fühlen. Nebenbei bemerkt geht es mir eh oft so, dass ich Menschen ganz anders begegne, wenn ich Yoga gemacht habe. Ob das Wetter nun schlecht oder gut ist, spielt im Grunde keine Rolle. Du selber, Dein eigenes Wohlbefinden strahlt nach außen und andere können es wahrnehmen. An Tagen, an denen ich schlecht gelaunt bin und mich nicht gut fühle, begegne ich Menschen ganz anders – es stören mich ganz viele Dinge und meine Nerven werden strapaziert. Geht es mir jedoch gut, kann ich mit dem nervigen Verhalten meiner Mitmenschen viel besser umgehen.

Einige erholsame Übungen (Asanas), die Du mal ausprobieren solltest sind :

Das Dreieck (Trikonasana) macht dich vital und verhindert, dass dein Körper steif und schlapp wird. Es streckt dich und sorgt für Entspannung.

Der Bogen (Dhanurasana) und die Kobra (Bhujangasana) schärfen deine Sinne und deinen Körper. Du kannst freier atmen und dich besser konzentrieren.

Bestens auch gegen die Herbstmüdigkeit geeignet ist der Krieger (Virabhadrasana) – am besten die Positionen l und ll. Er verleiht dir Stabilität, Stärke und wirkt sich positiv auf dein Selbstbewusstsein aus.

Auch zum Thema Ernährung kann ich Euch ein paar Tipps geben : Warme Suppen, Gemüseeintöpfe und Rohkost eignen sich sehr gut für die kalten Monate. Es ist nicht nur so, dass uns warme Gerichte auch automatisch wärmen, nein auch Ingwer zum Beispiel im Smoothie (Karotte, Grapefruit, Äpfel und ein kleines Stück Ingwer) hat eine wärmende Wirkung. Es gibt demnach auch Nahrungsmittel, die unseren Körper auskühlen, wie Soja zum Beispiel. Auch Obst solltest Du vermehrt essen, schau Dich einfach mal um, was grad Saison hat. Versüße Deinen Tee mit Zimt und Kardamom – beides hat eine sehr wärmende Wirkung und schmeckt auch noch sehr lecker. Bei Ingwer scheiden sich ja die Geister – auch ich bin vom Geschmack dieser Wurzel noch nicht gänzlich überzeugt.
Avocade – meine absolute Lieblingsfrucht – kannst Du zu fast allem essen. Ob im Smoothie oder zusammen mit Karotten, auf Brot oder mit Reiswaffeln, alles ist denkbar. Kauf Dir Nüsse, falls sie nicht eh schon zu Deinem Standartsnack zwischendurch gehören. Ich habe immer Studentenfutter im Haus, denn so kann ich die Gelüste auf Schokolade, Chips, Weingummi, Kekse, Kuchen und Co verhindern. Natürlich esst ihr Schokolade oder Kuchen, nichts darf man sich verbieten, aber ihr werdet merken, um so besser ihr Euch ernährt, desto weniger verlangt Euer Körper danach.

Eine weitere wichtige Komponente ist der psychische Zustand. Du kannst jeden Tag etwas dafür tun, in den kälteren Monaten trotzdem vital, wach, konzentriert und gesund zu bleiben. Du brauchst mehr Schlaf als im Sommer, daher versuche recht früh schlafen zu gehen und auch nicht mehr so spät zu essen. Stelle das W-Lan ab und lies ein gutes Buch, welches Dich nicht zu sehr aufwühlt. 8 Stunden Schlaf brauchst Du nicht jede Nacht, aber lasse es zu, dass Dein Körper sich erholen, entgiften und abschalten kann.

Bleib in Bewegung, auch wenn die Badewanne verlockend ist, das Badesalz so gut duftet, aber Bewegung an der frischen Luft ist nun genau das richtige. Und natürlich Yoga. Wenn Du das gemacht hast, Deine Laufsachen vollgeschwitzt in die Wäsche wirfst und Dir noch eine Banane (erzeugt Glückshormone) gegönnt hast, dann belohne Dich mit einem ausgiebigem Bad. Nimm Dir Zeit und genieße die Stille, hab Deinen eigenen Moment. Nutze auch die Zeit den Tag Revue passieren zu lassen, sei dankbar für ein Dach über dem Kopf und dass Du gesund bist. Sei auch Dir gegenüber dankbar. Überlege, was Du gern tun würdest um Dein Wohlbefinden zu steigern. Ich persönlich bin schon überglücklich nach einem Tag Arbeit, Sport und viel Interaktion mit Menschen im warmen Wasser liegen zu dürfen. Aber jeder tickt anders. Achso auch Saunagänge sind Balsam für die Seele. Der Kreislauf wird angeregt und Du schwitzt alle Giftstoffe aus, die Dich belasten. Probier es mal aus und berichte mir doch in unserer Yogastunde, ob Dir meine Tipps ein wenig helfen konnten.

Deine C.